DARK AMERICANA – Horror-Independents der 70er Jahre aus Übersee

Die 1970er Jahre gehören zu den künstlerisch vielfältigsten und mengenmäßig ergiebigsten Dekaden des nordamerikanischen Horrorkinos. Parallel zum Aufstieg des New Hollywood entwickelte sich ab 1968 – ausgehend von George A. Romeros Night of the Living Dead – sowohl in den USA als auch in Kanada eine lebendige und facettenreiche Strömung unabhängig produzierter Horrorfilme, die sich an den Abgründen und Bruchlinien der amerikanischen Gesellschaft abarbeiteten. Mit gering(st)en Budgets, dafür formal und ästhetisch höchst ambitioniert, blickten die ‚Exploitation Independents‘ (Stephen Thrower) tief ins Herz einer durch Generationenkonflikte, Rassismus und Vietnamkrieg kollektiv verunsicherten USA. Den Schrecken verorten viele dieser Filme hinter den Fassaden des American Dream, richten ihren Fokus auf das entlegene Hinterland, als Sinnbild des amerikanischen Unterbewusstseins, und auch produktionstechnisch etabliert die neue Welle an lokalen und regionalen Kleinproduktionen eine Parallelwelt zur zentral organisierten Filmindustrie Hollywoods.

Die zweitägige Reihe präsentiert sieben selten gezeigte Filme aus den Jahren zwischen 1971 und 1976 (zumeist in analogen OV-Kopien), inklusive eines Exkurses ins kanadische Horrorkino jener Zeit. Neben impressionistischen ‚rural gothics‘ und einem Fokus auf den texanischen Exploitation-Auteur S.F. Brownrigg präsentiert die Reihe mit Bill Gunns Vampirfilm Ganja & Hess und Wes Cravens berüchtigtem Rape-and-Revenge-Drama The Last House on the Left (in ungeschnittener Kopie) auch zwei Klassiker der Strömung. Ergänzt wird das Kernwochenende der Reihe von einer Zusatzvorstellung im Kino des Deutschen Filmmuseums am 21. November.

Sebastian Schwittay, Filmkollektiv Frankfurt e.V.

Programm:

Samstag, 7. November (Festsaal im Studierendenhaus)
14:30 Dark August (Martin Goldman, USA 1976, 35mm, OV)
17:00 Don’t Look in the Basement (S.F. Brownrigg, USA 1973, 35mm, OV)
20:00 The Last House on the Left (Wes Craven, USA 1972, 35mm, OV) – ungekürzte US-Kopie!
22:15 Überraschungsfilm (USA 1971, DCP, OV)

Sonntag, 8. November (Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum)
12:30  Let’s Scare Jessica to Death (John D. Hancock, USA 1971, 35mm, OmschweU)

Sonntag, 8. November (Festsaal im Studierendenhaus)
16:00 Death Weekend (William Fruet, Kanada 1976, 35mm, OV)
18:30 Ganja & Hess (Bill Gunn, USA 1973, DCP, OV)

Samstag, 21. November (Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum)
22:30 Deathdream (Bob Clark, USA/Kanada, 1974, 35mm, OmschweU)

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Ort: Festsaal im Studierendenhaus (Mertonstr. 26-28, 60325 Frankfurt am Main) & Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum (Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt am Main)

Einzelkarte: 5 EUR (Filmmuseums-Vorstellungen ausgenommen, siehe dortige Preisregelung)
Dauerkarte: 20 EUR (Filmmuseums-Vorstellungen ausgenommen)

Alle derzeit vorgeschriebenen hygienischen Bestimmungen werden beachtet, darunter die Abstandsregeln und Platzbeschränkungen.
Wir empfehlen eine Kartenreservierung via: kontakt@filmkollektiv-frankfurt.de

Eine Veranstaltung des Filmkollektiv Frankfurt – Projektionsraum für unterrepräsentierte Filmkultur e.V. in Kooperation mit dem DFF – Deutsches Filminstitut und Filmmuseum, dem AStA der Goethe-Universität und der Pupille – Kino in der Uni e.V.
Unterstützt von der Hessen Film und Medien GmbH.

Herzlichen Dank an: Andreas Beilharz & Natascha Gikas (DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum), Nikolas Schuppe, Sascha Frank, Gary Vanisian, Karina Vanisian, Fritz Mettal, Christoph Huber (Österreichisches Filmmuseum), Harry Guerro, Laura Sommer (Pupille – Kino in der Uni), Regine Nicoleit (AStA der Uni Frankfurt)